A D V E N T IN DA PEZZLGOSSN 1948
I mecht, daß olle mi varsteh'n,
drum bitt' i eich, mocht's eich's bequem,
mocht's Herzl auf und Eigarln zu -
is laung scho her - i woar a Bua !
Es woar zur Weihnocht nimma weit
und i erinner mi, als war's erst heit,
wia's friedlich wor in unsrar Gossn.
Da Schnee is g'folln und gaunz varlossn
hat do und durt a Liachterl g'leicht.
Mein Gott, hob i mi daumols narrisch g'freit,
hob ollwau g'frogt: "Kummt's Christkind heit?"
"Mei liaba Bua", hot d'Oma g'mant,
und hot vur lauter Lachen fost scho g'want,
"waunn's Christkind heit scho kumma tat,
warst sicherlich gaunz deschparat,
ka anzig's G'schenk hot no verpockt -
und a den Christbam no net g'hockt!"
Es woar zur Weihnocht nimma weit
Und i erinner mi, als war's erst heit,
wiar's schön woar in da Pezzlgossn.
In vüle Fenster hat a Kerzerl g'leicht,
für'n Maunn, für'n Bruadern, Freind vielleicht ?
da Kriag hot tiafe Wunden hinterloss'n.
Besinnlich, grod woarn daumols d'Leit,
längst net so bös und hort wiar heit !
h.-dieter riehm 1980
