
Amis | Wiener Schnitzel mit Kaiserschmarrn |
| Die Amis-Pleite mischt die politischen Parteien in
Österreich auf. Für deutsche Anleger der ehemaligen Amis interessant:
Wien haftet für die zweifelhafte Arbeit der
Aufsichtsbehörden. Es war einmal: Asset Management
Investment Services (Amis) in Wien, die über ihre Tochtergesellschaft Amis
Financial Consulting Geld von Anlegern in Deutschland und Österreich
einsammelte, um es in luxemburgische SICAV-Fonds zu investieren. Was eine
Art Vermögensverwaltung mit überwachten Investmentfonds hätte sein sollen,
war aber auch eine Art Verschiebebahnhof und Drehscheibe für diverse
Betrugsgeschäfte. Mit der von den Gründern und Betreibern Harald Loidl und
Dietmar Böhmer zu verantwortenden Masche hatte Amis insgesamt schon über
135 Millionen Euro eingesammelt, als die Luxemburgische Finanzaufsicht
(CSSF) im März 2004 die Amis-Funds wegen Fehler bei der
Nettoinventarwertberechnung vom Handel ausschloss. Ein Jahr später
erklärte ein Regierungskommissar der Republik Österreich, der sich in den
Amis-Räumen an der Wiener Favoritenstraße etabliert hatte, den Konkurs des
Katastrophengebildes. Von dem insgesamt verwaltetem Kundenvermögen (über
135 Millionen Euro) sind 75 Millionen in einem undurchsichtigen Geflecht
aus Gesellschaften zwischen Wien, Luxemburg, Liechtenstein, den Cayman
Islands und den USA verschwunden; davon ein großer Teil möglicherweise an
Böhmer und Loidl selbst. Der Amis-Fall ist einer der skandalösesten und
verworrensten Konkurse in Österreich. Was ihn nach wie vor besonders
brisant macht, ist das ebenso wirre wie widersprüchliche Agieren der
Finanzaufsicht in Wien und rund 60 Millionen an Kundengelder, die auf
einem Treuhandkonto bei einer Bank in Luxemburg liegen. Um dieses Geld,
das den betrogenen Anlegern zusteht, geht es jetzt. Auffallend: Personen,
die bei den anderen, ungleich größeren Finanzskandalen in der Republik
Österreich wie Bawag, Hypo Alpe Adria auftauchen, spielten auch bei AMIS
eine führende Rolle. In einer der vielen Connections taucht auch
Ex-Kanzler Franz Vranitzky auf. Hinweis: Den vollständigen Artikel hierzu
können Sie in PERFORMANCE, Ausgabe November 2006, lesen.
Autor: Albert Bruer / BRD 14.November 2006
Scheinbar ein "g'fundenes Fressen"
für unsere bundesdeutschen Brüder und ein starker, für meinen Geschmack
rechtlich bedenklicher, Text. Nachzulesen auf: www.performance-online.de. Was lernen wir daraus: Lieber den Spatzen
(gute, alte Lebensversicherung) in der Hand, als die T(D)aube am Dach
einer Cayman-Villa ! |